#011 - Stefanie Rey - Eine Unternehmerin erzählt über ihren Weg zur Nachfolge

Shownotes

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von KungFu am Dönerstand Heute zu Gast: Stefanie Rey, Geschäftsführerin der beiden Betonwerke REY und RHINO

Stefanie führt das Familienunternehmen seit 13 Jahren und bringt eine einzigartige Kombination aus Technik, Empathie und Unternehmergeist mit Ihr Weg reicht vom Wirtschaftsingenieurstudium über sozialwissenschaftliche Konfliktforschung bis zur Führung eines Betriebs mitten im Betonalltag

In diesem Gespräch geht’s um echte Nachfolgegeschichten, Verantwortung, Mut und auch ein bisschen Wahnsinn

✅ Was man mit einer 4 in Mathe trotzdem erreichen kann ✅ Warum sie das Ingenieurstudium trotzdem gerockt hat ✅ Wie Siemens ihr den Weg in den Familienbetrieb erleichtert hat ✅ Der Kulturclash vom Global Learning Campus in die Fertigungshalle ✅ Familienunternehmen und Patriarchat der tägliche Balanceakt ✅ Der Unternehmenskauf von RHINO und was er mit Schauspiel zu tun hatte ✅ Warum sie heute sagt Ich bin nicht mein Unternehmen ✅ Ihre Vision KI als Gamechanger für die Betonbranche ✅ Was sie sich von zukünftigen Partnerschaften und Projekten erhofft ✅ Und natürlich was sie aus dem Stalker-Fall gelernt hat

Viel Spaß beim Zuhören

Mehr Infos zu Stefanie Rey gibt’s hier 👉 https://www.linkedin.com/in/stefanie-rey-3b839124b/

Mehr Infos über Ihsan Khalil gibt es hier https://www.linkedin.com/in/ihsan-khalil/ Mehr Infos über die neckarfreunde gibt es hier www.neckarfreunde.de

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Herzlich willkommen beim Podcast „Nurie-Strategieberatung und von den Neckarfreunden. Ich habe heute einen ganz besonderen Gast, und zwar die liebe Stephanie. Hallo Stephanie, ich grüße dich.

Hallo lieber Isan, vielen Dank. Hi.

Stephanie, ich stelle dich kurz vor. Du bist seit, wenn ich es jetzt richtig gelesen habe, gehst du jetzt ins 13. Jahr als Geschäftsführer Führerin bei Rino und Rheinbetonwerk. Ist das richtig?

Ja, das ist das 13. Jahr beim Rheinbetonwerk. Das ist das Betonwerk, was mein Vater gegründet hat und Rino, das wurde erst 2019 gekauft Aber wir sind wie ein Unternehmen, zwar ist es Schwesterunternehmen, aber handeln als eins. Von dem her passt das.

Okay, du korrigierst mich, wenn ich was falsches sage. Genau. Was macht ihr? Ihr macht hochwertige Elemente und Fertigteile aus Beton, die überwiegend im Wohnungs-und Industriebau zum Einsatz kommen.

Ganz genau. Das stimmt.

Genau. Da kommen wir nachher noch intensiver darauf. Und Schorndorff ist Headquarter. Und dann habt ihr noch in Ängstingen auf der Schwäbischen Alp habt ihr auch noch einen Sitz. Und das ist dann die Rino, die Irina. Ganz genau. Genau, perfekt. Was ich besonders finde, ist dein Lebenslauf. Mit dem habe ich mich so intensiv auseinandergesetzt. Also an der Hochschule in Ahlen hast du Ingenieurwesen studiert. Ich nehme an, Bauingenieurwesen oder was für ein Ingenieur war das?

Das war der Wirtschaftsingenieur, also eine Mischung aus BWL und Maschinenbau in dem Fall.

Okay, also Wirtschaftsingenieurwesen. Okay. Und Und dann, anschließend, bist du dann tätig gewesen? Also hast du dann gearbeitet oder hast du dann direkt das nächste Studium angeschlossen?

Also ich war für ein halbes Jahr in der Firma und habe dann mich schon beworben auf den Master für die sozialwissenschaftliche Konfliktforschung in Augsburg. Und ja, so ein Dreivierteljahr war ich dann im Unternehmen und habe dann … Dann weiß man es umso mehr zu schätzen, wenn man wieder an die Uni darf.

Okay. Das Unternehmen war Siemens, oder? Oder von welchem Unternehmen sprichst du, wo du jetzt warst?

Ich war tatsächlich bei uns in dem älterlichen Betrieb. Siemens kam dann mit dem Studium in Augsburg, mit der sozialwissenschaftlichen Konfliktforschung. Dort habe ich meine Masterarbeit geschrieben, habe dort nebenher auch noch bei Siemens gearbeitet. Das war tatsächlich die einzigste Zwischenstelle. Danach bin ich ja wieder ins elterliche Unternehmen gewechselt.

Genau. Das ist eigentlich auch unser Hauptthema, das elterliche Unternehmen, der ganze Prozess und das Thema Nachfolge. Aber wir sind noch gar nicht fertig mit deinem Lebenslauf, weil du hast dann noch weitergemacht, und zwar an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. Hast du noch was absolviert? Was genau?

Genau, da hatte ich während dem Masterstudium in Augsburg, konnte man … Das ist ja das Schöne am Master, du kannst einen Credit Point sammeln und dann habe ich eine interkulturelle Trainerausbildung machen können, weil das eben eine wissenschaftliche Akademie ist. Und das ging ein Jahr, war, glaube ich, ein Wochenende im Monat. Das war echt eine tolle Erfahrung. Hat man verschiedene Coaching-und Trainermethoden gelernt und da ging es einfach in diesem interkulturellen Kontext darum, verschiedene Ansichten, verschiedene Wertevorstellungen und Lebensweisen besser kennenzulernen und spiegeln zu lernen. Genau, das war echt auch eine besondere und schöne Gruppe.

Da stelle ich mir die Frage: Wie kommt man von Wirtschaftsingenieurwesen auf deine Weiteren, also eher pädagogischen Studien? Wie kam das denn?

Also ich glaube, generell ist es halt wirklich absolut verrückt, dass man überhaupt Wirtschaftsingenieurwesen studiert, wenn man eine vier in Physik hat und eine vier in Mathe und sich gerade so durch sein Mathe-Abi durchgedrückt hat. Und tatsächlich hatte ich den großen Wunsch, was in die medizinische Richtung zu machen.

Allerdings hört man schon so raus, das Abi hat natürlich für Humanmedizin nicht gelangt.

Da haben natürlich Da wäre jetzt alle einen Vorteil, die sich sonst hätten von mir behandeln lassen müssen. Aber Tiermedizin wäre tatsächlich ein Traum gewesen. Aber mein Vater hat gesagt: „Mensch, Wirtschaftsingenieurwesen, ich habe mich da erkundigt. Das ist die Zukunft. Das war tatsächlich auch ein recht neuer Studiengang damals und ich habe dann gedacht: „Okay, widersprechen hilft sowieso zu Hause nichts. Ich hatte einen relativ autoritären Vater. Jahrgang 21 war dann ja auch schon ein gewisses … Es war ein bisschen anders, wie vielleicht in anderen Familien großzuwerden, wenn man noch mit einer Generation vor der älteren Generation als Vater groß wird. Er war auch jetzt der Widerspruch nicht akzeptiert. Habe das dann studiert, erstaunlicherweise auch mit, ich glaube, gar nicht, acht oder so bestanden. Oha, okay. Ja, ich habe mich selber gewundert. Und Mathe ging auf einmal richtig gut und Physik auch. Und ja, keine Ahnung. Und dann dachte ich: „Hey, wenn du das hinbekommen hast, dann gibt es eigentlich nichts mehr. Nein. Also wäre wirklich so … Wer dann mit so wenig Talent so ein Studium noch absolvieren kann, der kriegt auch die anderen Sachen hin. Und dann habe ich für mich beschlossen, als ich in das elterliche Unternehmen reingeguckt habe, habe ich einfach gemerkt, das war wirklich so mein Bruder, mein Vater, große Familienkonflikte, die da noch ausgetragen wurden und das war schwierig und ich muss da wirklich zugeben, ich habe mich da auch ein bisschen rausbewegt durch dieses Studium und habe gesagt, ich möchte einfach was machen, was ich wirklich gerne mache.

Und das war damals die Friedens-und Konfliktforschung, die in Marburg zum Beispiel auch angeboten wird. Da gab es dann den ganz neuen Studiengang Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung in Augsburg. Das ist eigentlich genau das gleiche Thema, eine Mischung zwischen Politikwissenschaften und Soziologie. Die haben einen interdisziplinären Master aufgemacht und dann durfte ich, glaube ich, als einzigste Wirtschaftsingenieurin – ich war der volle Nerd – Ich war natürlich total vom anderen Stern. Die meisten waren aus der Politologie oder aus der Psychologie hatten wir jemand, aber ganz viel aus dem Konfliktmanagement-Bereich oder Kulturforschungen und Das war wieder was ganz anderes. Durfte aber ganz viele Perspektiven betrachten, auch wie man Konflikte, wie man soziologisch einfach auch das Handeln von Menschen betrachtet, Theorien darüber. Und dann war das echt so ein bunter Strauß an Dingen, die ich gelernt habe. Und das war für die Unternehmen, unter anderem für Siemens, total interessant. Also wieder jeglicher Erwartung. Und auch die interkulturelle Trainerausbildung war dann total interessant und das habe ich so gar nicht erwartet. Aber im Nachgang, muss ich sagen, habe ich mich da einfach aus ganz vielen Feldern bedienen dürfen, mit dem, was mir gefällt und auch mit der Pädagogik. Also jeder Pädagoge würde sagen, ich habe überhaupt keine Ahnung von Pädagogie, aber ich habe festgestellt, letztens habe ich eine ganz wunderbare Pädagogin kennengelernt und ich habe festgestellt, wenn sie erzählt, ich verstehe, von was sie spricht und allein das ist schon richtig cool.

Also man spürt da eine Begeisterung. Das kommt bei mir an. Bei Siemens, ich habe nachher Global Learning Campus. Ist das jetzt dem HR zugeordnet Oder wie ist das?

Ganz genau. Das ist ein Human Resource-Bereich. Da geht es ganz viel die Entwicklung der Mitarbeiter und Siemens setzt da einen ganz großen Schwerpunkt und ist da auch einzigartig mit dem Global Learning Campus. Und ich hatte das Glück, von einer Professorin empfohlen zu werden, dort an dem Campus, also bei Siemens direkt. Und so bin ich dort tatsächlich dann auch eingeladen worden und habe die Stelle bekommen.

Okay. Ja. Jetzt haben wir den akademischen Werdegang mal durchleuchtet und dann gab es ja den Moment, wo es hieß, wohin geht die Reise letztendlich beruflich. Und kannst du das mal ein bisschen ausführen? Wann war denn der Zeitpunkt, wo du dann nicht mehr bei Siemens warst?

Ja, also generell hatte ich die Geschäftsführung schon früh übernommen, weil es einfach jemand machen musste. Also formell hatte ich die Geschäftsführung schon, meine ich, seit 2009. Und mein Bruder ist dann eben für die Zeit, wo ich in Augsburg studiert habe, noch im Unternehmen geblieben. Mein Bruder war aber zu der Zeit auch schon 58. Da muss man sagen, wir haben relativ fast 30 Jahre Altersunterschied und der wollte einfach nicht mehr. Und das war auch, glaube ich, echt schwierig. So Generation Vater-Sohn Kann ich mal aus dem eigenen Unternehmen erzählen, dass es ein bisschen schwierig ist. Vor allem, wenn der Vater gegründet hat, sehr charakterstark ist und der Sohn soll und muss in irgendwelche Fußstapfen treten. Das ist nicht jedermanns Sache. Und dann war es eben so, dass mein Bruder gesagt hat: „Jetzt reicht es aber. Jetzt mache ich gar nichts mehr. Und mein Vater hat die Firma aufgebaut und hing sehr am Unternehmen und hat dann eben gemeint: „Wenn du das nicht machst, dann müssen wir alles verpachten, aber denke doch daran, was für ein schönes Leben wir immer auch gehabt haben durch das Unternehmen und ein bisschen Dankbarkeit mehr oder weniger, war die Ansprache, wäre angemessen.

Und ich war aber so irgendwie mal gut in einer Sache für mein Empfinden und habe dann auch bei Siemens einfach, glaube ich, eine gute Arbeit gemacht und war in dem Studium auch noch mal besser. Also ich war in dem Studium einfach auch von den Noten und von allem noch mal besser wie in dem Ingenieurstudium und dachte „Jetzt hast du was gefunden, was du gut kannst und kannst dich da entfalten? Und ich wollte eigentlich nicht zurück, aber dadurch, dass ich im HR-Bereich war, hatte ich echt wundervolle Mentoren und auch einen ganz tollen Betreuer, der gesagt hat, wenn du das nicht versuchst und dein Vater jetzt hier nicht unterstützt wird und du das gar nicht erst probierst, dann wirst du das dein Leben lang bereuen, so wie wir dich kennengelernt und haben mir dann wirklich angeboten, drei Monate ins elterliche Unternehmen zu gehen und mich komplett zu bezahlen, komplett freizustellen von meiner Masterarbeit und haben die Abgabe verlängert und von meinen anderen Aufgaben auch haben sie mich komplett freigestellt. Und da muss man wirklich sagen, die haben so sehr an mich geglaubt, dass es dann ja schon wieder schwierig war, die zu enttäuschen. Ich habe gesagt: „Natürlich wünschen wir uns, dass du zurückkommst, weil wir einfach „Wir sehen da auch irgendwie ganz viel bei dir.

Und dann bin ich dann auch nach Hause und habe eben gedacht: „Boah, das war schon eine harte Zeit. Aber zurückblickend auf den Gedanken: „Wenn du mit einer Physik vier deinen Wirtschaftsingenieur schaffst, dann schaffst du das auch. Dann kann dich alles andere ja gar nicht mehr schockieren. Ich bin im echten Glaubenssatz gehabt, man muss es halt irgendwie nur machen. Und eigentlich gibt es nichts, also aus der Perspektive betrachtet gibt es eigentlich nichts, was man nicht hinbekommt. Man muss halt gucken, wie man es hinkriegt.

Ja, ist schon beeindruckend, inwieweit … Ich meine, du machst das jetzt auch jetzt im 13. Jahr oder seit 2009, wahrscheinlich auch schon länger. Inwieweit beblickt man Jahr zurück? Ist das jetzt eher Wehmut und sagt man: „Ich hätte vielleicht doch den anderen Weg einschreiten sollen, da eine Promotion bei Siemens? Oder ist das in Ordnung für dich jetzt, so wie es ist?

Also stand damals eine Promotion tatsächlich im Raum, wobei ich jetzt im Nachgang sagen muss, mein Vater hat immer gesagt: „Hey, wenn du jetzt noch promovierst, du hast zwei Studienabschlüsse, du hast 13 Jahre auf einer Schule und auf einem Gymnasium Wir haben uns schon verbracht, vielleicht möchtest du auch mal was zur Arbeit der Bevölkerung beitragen. Und so jetzt, aus meiner jetzigen Perspektive, muss ich sagen, hat er irgendwo schon recht, dass man vielleicht irgendwann auch mal den Absprung schaffen sollte vom Ausgebildeten zum arbeitstätigen Menschen, oder dass jetzt das vielleicht nicht der Weg ist, dass man bis 30 in seine Ausbildung investiert. Das war okay. Also im Nachgang, finde ich, war es für „Ich bin in Ordnung. Ich traue auch der Forschung aktuell jetzt nicht nach. Ich denke mir, wenn es mich jetzt so packen würde, könnte ich das vielleicht auch noch nachholen. Aber ja, da wären vielleicht andere tolle Wege gewesen, Aber jetzt so in meinem jetzigen Beruf habe ich auch viel gelernt über die 13 Jahre und ich hatte halt das Glück. Oder was heißt das Glück? Wir waren ein sehr kleines Unternehmen zu dem Zeitpunkt und hatten Sechs Mitarbeiter. Und dadurch, da musst du ja natürlich dann als Geschäftsführung und Chefin, da bist du ja Mädchen für alles.

Und ich habe das Glück gehabt, dann einfach auch alles von Grund auf zu lernen und alles auch irgendwie dadurch, dass mein Vater damals schon … Der war 91, als ich im Studium war und ist quasi 2015, 2013 war das erste Jahr, dass ich dann in der Firma begonnen habe. Mein Bruder ist drei Monate später dann komplett ausgeschieden und der kam dann immer noch zur Aushilfe, genau halbtags mal, aber hatte keine Verantwortung mehr und wollte das auch nicht. Und mein Vater ist 2015 verstorben. Das heißt aber, er war natürlich in einem Alter, wo er nicht mehr wirklich eingegriffen hat. Das war total süß. Er hat meine Briefe geöffnet, gelocht, getackert und mir hingelegen, Eingangstempel draufgemacht und solche Sachen. Da erinnere ich mich ganz gern.

War er ein Patriarch?

Total.

Total?

Ja, also voll. Und es war auch immer- War streng zu dir?

Also war er wirklich so? So stelle ich es mir gerade vor.

Ja, also tatsächlich im Außen mir gegenüber war es immer: „Es ist nicht gut genug, was du tust. Aber Lieferanten und Geschäftspartner, die mich später kennengelernt haben, die haben gesagt: „Aber er hat immer gesagt in der Zeit: „Meine Tochter macht es so toll. Also war er stolz auf dich? Ja, er hat es aber nicht so gezeigt.

Man weiß ja, dass es Patriarchen schwer fällt. Also Thema Gefühle zeigen. Ich meine, es ist auch eine andere Generation, Jahrgang '21. Man muss immer auch überlegen, wo jemand herkommt Das ist schon eine andere Zeit und auch eine andere Sozialisierung.

Ja, definitiv. Er war ja auch im Krieg und mein Vater hat nie großartig Gefühle gezeigt oder jetzt sich sah weit aus dem Fenster gelehnt mit Lob. Aber trotzdem muss ich sagen, das war trotzdem so, dass er einfach durch das Alter nicht mehr so viel widersprechen konnte, wie das vielleicht mein Bruder erfahren hat und ich war einfach allein. Also auf der einen Seite ja leider, ich war allein, hatte auch die meisten Entscheidungen einfach allein, die meisten Probleme. Ich habe da einfach ein Problem gehabt und wusste überhaupt nicht, Was, was es geht. Null. Man musste irgendwie gucken, dass mir jemand hilft, dass ich das Problem löse, weil auch Kunden dann angerufen haben mit Reklamationen, wo ich gar nicht wusste. Es ging natürlich eine Weile gut, aber irgendwann kommt halt mal ein Anruf mit einer Reklamation. Ich wusste ja gar nicht, was ich machen musste und sollte, diese Sache abzustellen oder zu reparieren.

Aber es war für mich chronologisch. Du gehst jetzt in die Geschäftsführung, du warst formal Geschäftsführung, also da Du bist dann jetzt aber die aktive Geschäftsführung, Geschäftsführerin. Und heute sagt man ja Onboarding, so als Wort. Gab es das überhaupt nicht oder Dass man dir auch, sage ich mal, die Prozesse gezeigt hat? Oder wie kann ich mir das vorstellen?

Ja, so mein Bruder ist dann drei Monate da geblieben und hat gesagt: „Drei Monate arbeite ich dich ein. Und dann „Mache halt, hat er gesagt: „Möchte ich auch nichts mehr damit zu tun haben. Ja, drei Monate ist echt stram, aber damals, in meiner Welt, habe ich gedacht: „Ich muss es in drei Monaten hinkriegen. Also drei Monate kommen, und das wird man ja wohl schaffen, sich da einen Überblick zu verschaffen. Krass war eigentlich der Sprung, wenn du bei Siemens voll digital ausgestattet bist und dann kommst du in Unternehmen, das von jemand gegründet wurde, der 21er-Jahrgang ist. Karteikarten, sage ich bloß. Wir hatten DOS. Das war schon damals krass. Ja, wir haben DOS-Programme gehabt. Wir haben unsere Lieferscheine mit so einem Durchdruck DOS-Programm geschrieben und du musst das ja so viel …

Moment, von welchem Jahr reden wir jetzt?

Ja, schon 2013.

Und mit DOS habt ihr noch … Okay.

Ja, voll krass. Das war richtig krass. Und wenn du bei uns ins Büro reingekommen bist, hast du gedacht, du bist in den 70er und da war alles noch so voll alt mit so ganz schweren Möbeln und grüne Unterlagen und so Schreibtischunterlagen in grün und alles, was man sich so vorstellt, wenn man in so ein altertümliches Büro reinkommt aus den 70er. Das sah genauso aus. Das ist wie „Stehengeblieben gewesen. Okay. Ja. Und ich glaube, das war zum einen krass. Und mein Vater, sein Spruch war der Allerkrasseste, der hat mal zu mir gesagt, wo ich eine Kalkulation schreiben wollte: „Stefanie, das hat meinem Gefühl, ob man Gewinn macht oder nicht. Ja, das hat er echt gesagt und ich war völlig perplex und habe gesagt: „Mein Gott, ich muss hier wirklich bei Adam und Eva anfangen. Aber ich muss sagen, und das hört sich jetzt total verrückt an, heute sage ich genau das Gleiche: „Das hast du im Gefühl, ob ein Auftrag dir was bringt oder nicht. Und wenn ich den nachrechne, dann stimmt mein Gefühl. Es ist noch verrückter.

Na gut, man wird ja langsam mit den Zahlen dann auch vertraut und dann weiß man ungefähr, wohin die Reise geht. Was war deine erste Amtshandlung eigentlich?

Ja, wie gesagt, ich wollte eine Kalkulation schreiben, damit ich wusste, wie wir preislich anbieten, weil da gab es keine Regel, so richtig. Und dann die allererste Amtshandlung war, dass ich gefragt habe, was die maximale Produktionskapazität Qualität ist und dann wurde mir das mitgeteilt und dann habe ich gesagt: „Warum machen wir denn dann viel weniger? Und dann hieß es, weil die Zeiten so schlecht sind. Und dann habe ich gesagt: „Da machen wir volle Last an einem Tag. Einen Tag setzen wir aus, dann schonen wir die Maschinen und haben nicht die Die Reinigungs-und Pflegezeiten von der Maschine und dann gucken wir, dass wir die natürlich auslasten, die Produktion. Das wusste ich ja aus dem Wirtschaftsingenieurstudium. Da hatten wir ja Produktionstechnik und ich fand das auch irgendwie logisch, dass das einfach zu wenig war. Ich habe dann erst mal festgestellt, dass das zu wenig ist, was wir produzieren.

Okay.

Ja, und dann war es eigentlich, glaube ich, in Mein Vater war beim ersten Großauftrag, der ist ja fast aus dem Fenster gesprungen vor Zorn. Also aus dem EG.

Warum?

Ja, weil er gesagt hat: „Wenn wir uns jetzt übernehmen und das nicht beliefern können, hat mir richtig Angst gemacht. Ich konnte dann eine Nacht sogar nicht schlafen, weil er dann so panikgeschoben hat, dass das nicht richtig ist, was ich mache. Und ich habe mir gedacht: „Nein, wir müssen mehr, wir können das doch. Ich habe dann einfach draußen gefragt: „Können wir das? Meine Mitarbeiter draußen: „Ja, wir können. Und ich fand es so cool, die haben echt mitgezogen, weil ich hatte dann wirklich uns vielleicht so ein bisschen überladen mit Stellenweise. Dann habe ich gefragt: „Was ist denn die maximale Kapazität, was ihr an Tischen durchbekommt? Und da habe ich gesagt: „Ich kann mir 27 machen, weil dann rechne ich immer hoch. Und dann haben die gesagt: „Boah, da müssen wir aber alle mitschaffen. Und da war sogar mein Vater in der Fertigung draußen und ich habe einen Passer, einfach nur, dort zu sein. Habe dann auch ein bisschen was mitgeholfen. Geholfen hat es wahrscheinlich denen nicht viel, aber so Du warst anwesend? Einfach die Anwesenheit, man ist dabei und wir haben die Termine geschafft. Und heute ist es für uns Standard, dass wir 27 Tische machen. Das war damals, glaube ich, so einfach mal machen, wenn die sagen, das geht, aber das ist eigentlich bis heute noch so.

Ich frage dann meine Mitarbeiter: „Kriegen wir das hin? Und das Erstaunliche ist, die Produktionsmitarbeiter von uns, die sind richtig, richtig coole Männer, weil die sagen: „Natürlich kriegen wir das hin. Und die kriegen das dann auch hin. Wir haben einen besonderen Auftrag letztes Jahr abgewickelt, wo ich echt selber Respekt hatte: „Schaffen wir das? Weil der war anspruchsvoll und die haben das angeguckt und haben gesagt: „Es wird nicht einfach, was kriegen wir hin?

Aber wie war die Reaktion von deinem Vater? Wie hat der reagiert, dass es erfolgreich war? Weil er war ja so skeptisch.

Der kam immer mit dem Jahresabschluss und hat dann Zum Abschluss vom Jahr hat er immer gesagt: „Ja, okay, es war doch die richtige Entscheidung. Aber es liefen auch wirklich, und da will ich gar nichts Schönreden. Es waren krasse Momente und die wird wahrscheinlich jeder kennen, der in einer schwierigen Nachfolge ist. Es gab krasse Momente, dass ich in Hamburg auf einer Weiterbildung war, weil ich diese pädagogische Linie noch ein bisschen weitergefahren habe, privat, und war da in der Ausbildung Bildung und dann riefen meine Eltern an und hatten einfach einen Mitarbeiter gekündigt oder den zweiten. Die haben immer Personal entlassen, wenn ich nicht da war, weil das nie gut genug war. Das war natürlich ein riesen Problem, weil ich musste ja dann wieder Personal gewinnen und ich habe das ganz anders gesehen. Ich habe nicht das so gesehen, dass der Mitarbeiter in Anführungsstrichen nichts taugt. Und dann sitzt du oben in Hamburg und kriegst erst mal einen Weinanfall, weil deine Eltern … Oder in dem Fall, meine Mutter hat noch ein bisschen Buchhaltung mitgemacht, weil deine Eltern einfach einen Mitarbeiter entlassen haben. Das war wirklich so, dass das im Vierteljahrestakt passiert.

Aber ohne das mit ihr abzustimmen?

Ohne Abstimmung. Okay.

Und hast du dann irgendwann mal gesagt, es ist Schicht im Schacht? „ich entscheide das, oder hast du das organisch gelöst?

Also ich muss sagen, ich glaube, ich hatte damals, ich war ja noch recht jung, also noch nicht mal 30, Und habe irgendwie mich nicht getraut zu sagen, was eigentlich richtig gewesen wäre: „Ihr wollt, dass ich alle Verantwortung trage, dann müsst ihr auch mir die Entscheidungsgewalt überlassen, für die Entscheidungen, die hier getroffen werden, die Verantwortung zu übernehmen. Weil ich kann ja schlecht Verantwortung für eure Entscheidungen übernehmen. Aber da hätte ich mich das gegenüber meinem Vater nie getraut. Und b: war ich auch wirklich immer echt. Oder ich hoffe, das bin ich noch. Ich war einfach immer super umgänglich für meine Eltern und ich denke, ich bin auch niemand, der sich in eine Konfrontation Hals über Kopf stürzt, sondern erst mal versucht, das hinzubekommen.

Aber deine Eltern waren schon eine Respektsperson. Also wenn dann so eine Entscheidung gefällt wurde, dann hast du gesagt: „Na ja gut, okay. Gefällt mir zwar nicht, aber muss ich dann doch irgendwo akzeptieren?

Nein, ich würde eher sagen, ich hatte ja keine: „Was sollte ich machen? Der war ja auch weg. Also selbst wenn ich ihn wieder eingestellt hätte, wäre er wahrscheinlich gar nicht mehr gekommen, weil ich kann mir schon denken, wie das ablief. Und wie gesagt, die Reibung, die dadurch entstanden wäre, hätte mir den Mitarbeiter nicht mehr zurückgebracht. Und das war echt wirklich schwierig und ich Ja, also ich bin echt froh, dass ich das jetzt mittlerweile nicht mehr habe, weil das war wirklich das Schlimmste, würde ich sagen, im Rahmen von so einem Übergang, wenn über dich hinweg entschieden wird und du vor vollendete Tatsachen gestellt wirst und du überhaupt keine, in Anführungsstrichen, Macht hast, etwas zu ändern. Also zumindest nicht an der aktuellen Situation, wenn dann für die Zukunft. Und auch das ist ja schon schwierig.

Ja, absolut. Generell, Personalentscheidungen sind ja immer mit Vorsicht zu genießen, sage ich jetzt mal. Wie regelst du das heute? Hast du jemanden oder machst du das auch noch selber?

Nein, ich würde sagen, die meisten, also so 80% der Entscheidungen treffe ich, was das Personal angeht, aber natürlich würde ich jetzt niemanden, wenn jemand sagt, ich kann mit dem nichts mehr anfangen, mit dem Kollegen, weil der es vorgefallen ist, dann stehe ich voll hinter der Entscheidung von meinem Teamleiter oder von meinem Produktionsleiter. Oder wenn jemand sagt: „Hey, nein, bitte. Geht mir dem noch eine Chance, weil der hat das und das gut gemacht, bin ich die Letzte, die sagt … Weil ich nicht so nah dran bin. Die wirtschaftliche Seite betrachte ich, aber die persönliche und die Prozessseite, die können meine Kollegen und Mitarbeiter oder Mitarbeitende natürlich viel besser bewerten.

Also die unterstützen dich Also auch mit ihren Ratschlägen oder die beraten dich dann im Prinzip. Kann man das zweite Ebene nennen? Ist es so die zweite Ebene?

Ja, würde ich schon sagen, aber wir haben tatsächlich bei uns sehr flache Hierarchien. Wir haben drei Ebenen. Wir haben so Teamleitung und wir haben dann noch verschiedene Abteilungen, würde ich sagen, und da eine Leitungsfunktion. Und dann habe ich jetzt eine kaufmännische und eine technische Leitung und dann kommt direkt ich.

Hast du das selber dir so ausgemalt, diese Organisationsstruktur? Hast du dir das dann selber geplant? Du kommst ja aus dem Studium und dann hat man ja das Fach Organisation. Hast du dann gesagt: „Okay, wie können wir Stabstellen bauen? Können wir einen Matrix? Was können wir machen? Hast du dir da selber so eine Wunschkonstellation gebaut oder hat sich das irgendwie ergeben?

Das Problem war, wir waren ja nur zu sechst und da gab es dann einfach das Typische. Ich hätte das theoretisch, ja, aber ich habe das ja gelernt, fällt mir gerade auch ein hin. Und dann ist das halt einfach so gewachsen. Und ich glaube, auch den Unternehmenskauf damals, das habe ich völlig unterschätzt. Also ich habe das total unterschätzt und ich habe so einen jugendlichen Leichtsinn, wahrscheinlich noch bis heute, und denke immer, ja, das geht … Also irgendwie ist es ja immer so, das geht alles. Und stellen wir das manchmal dann auch leichter vor und das war gar nicht so leicht. Und du musst erst mal ein parallel ein Unternehmen ran integrieren. Und auch zwei Standorte, zwei völlig verschiedenen ticken, die – da muss man ja schon sagen, Spezies, wenn man von der Alpe spricht. Das ist echt eine andere Art Mensch. Und ich weiß, wenn die das jetzt hören würden, dass ich das total liebevoll meine, das wissen die. Aber sie sind anders, sagen sie selber, und haben eine andere Arbeitsweise und erwarten natürlich auch was ganz anderes. Die sind ja in einem anderen Unternehmen groß geworden und gewachsen. Und das zusammenzuführen und dann hast du auch noch neue Produkte und bist selber nicht Herr der Lage und dann hast du auf einmal doppelt so viel Mitarbeiter.

Und da hat bei uns die Struktur gehinkt. Also die konnte ich gar nicht so schnell und da bin ich echt unter die Räder geraten. In dem Jahr, da ist mir eine riesen weiße Haarsträhne gewachsen. Voll, da war auf einmal ein richtiger Puschel. Ich habe das immer auf den Bauleiter geschoben, der mich geärgert hat. Ich bin der angerufen und habe schon gesagt: „Boah, wieder ein weißes Haar mehr? Der hat mich so genervt, aber der war es nicht. Ich glaube, das war einfach so das ganze Implementieren von dem Unternehmen und auch ein Unternehmenskauf, dass wenn du da wirklich vorne mit dran bist. Und ich habe einen super Steuerberater, aber das ist natürlich Kaufverträge, Unternehmenskauf Verträge, Gesellschafter-Strukturen. Das alles zu: Wie macht man das am besten? Eine Finanzierung zum ersten Mal in deinem Leben? Das hatte ich davor gar nicht, das noch mal auszuknobeln und Gespräche zu führen. Das war dann einfach sehr viel neues Lernen in einem Jahr und das war schon hart. Und jetzt muss ich sagen, ist es tatsächlich bei mir gekommen, in 2025, dass ich die Strukturen noch mal verändert habe. Also mit dem technischen Leiter und mit der kaufmännischen Leitung. Ich drücke uns und mir so die Daumen, dass das …

Also ich habe das im Gefühl, dass das der richtige Weg ist und dass das gut ist. Aber ich drücke uns da ganz fest die Daumen, dass wir da uns auch mit weiterentwickeln und dass das funktioniert. Aber ich muss auch sagen, auch wieder echt, muss ich von meinem Team auch echt ein großes Dankeschön aussprechen, weil ich bin halt mal an einem Tag gekommen, weil ich bin so und habe gesagt, wir machen das jetzt alles anders. Ich habe das mir jetzt überlegt: Wir machen eine Umstrukturierung und du machst jetzt das und das und das und die machen das halt mit. Also ob sie dann, wenn ich aus dem Raum gehe, danach heulend auf dem Tisch liegen und sich die Haare raufen, das weiß ich nicht, aber sie Ja, aber da ist niemand … Also klar gibt es mal irgendwie einen, der sagt: „Wie soll ich das noch schaffen? Aber wir haben das echt hinbekommen und das in einer Phase und in einer Zeit, wo andere, glaube ich, ein Jahr brauchen. Das war bei uns, das ist innerhalb von paar Monaten passiert.

Bei Reno, wie viele Mitarbeiter mussten da integriert werden in diese gesamte Konstellation? Wie viele waren das denn?

Ich weiß nur, wir hatten dann damals, wo Reno dann voll auch mit der Anlagentechnik ausgestattet war. Ein Jahr später 70 Mitarbeiter und ich glaube, eingekauft mit dem Reno-Kauf hatte ich, meine ich, 25, so den Dreh.

Beschreib mal, es ist ja so ein, ich sage jetzt mal, Merger-Aquisition-Prozess, wo man dann gemeinsam mit dem Steuerberater schaut, was passt. Wie kommt man überhaupt dazu? Wird dir das auf dem freien Markt angeboten oder sind die auf dich zugekommen? Oder war das ein Teil der Strategie, der Expansion? Oder wie kann ich mir das vorstellen?

Also grundlegend war es so, dass wir die Produkte, die dieses Werk hergestellt hat, damals immer bei anderen Werken eingekauft haben. Und dann habe ich gemerkt, es gibt schon Probleme, wenn du dem Kunden nicht die Lieferzeit zusprechen kannst, weil du bist ja immer noch mal zwischenabhängig. Und dann dachte ich: „Nein, der Handel macht dir echt keinen Spaß, wenn du Hersteller bist, weil du hast als Hersteller die volle Gewalt über alles. Du kannst alles selber bestimmen und entscheiden. Und wenn es zwei Kunden gibt, die beide dringend brauchen, dann entscheidest du, wer es bekommt. Und wenn du Händler bist, dann bist du hast du zwar das Risiko nicht, aber das Ganze, was dem Hersteller Spaß macht, auch nicht. Nicht, dass ich sage, mir macht Spaß zu entscheiden, wer bekommt, aber es ist einfach: „Nein, du bist viel autonomer. Das ist einfach auch ein großer Punkt. Ich bin unglaublich gerne in vielen Dingen autonom, deswegen auch Unternehmer und deswegen war das richtig, nicht bei Siemens zu bleiben. Ich liebe das wirklich, Entscheidungen eigenständig treffen zu können mit all seinen Konsequenzen, aber im Endeffekt kannst du jede Entscheidung treffen, wenn du eigenständig bist und dann halt Rino kaufen, weil keine Abhängigkeit mehr von Marktbegleitern oder Zulieferern, die das Produkt zuliefern.

Aber habt ihr vorher schon bei denen eingekauft dann?

Nein.

Und wie kommt das dann?

Man hört das.

Man hört das in der Branche.

Genau, ich habe das immer mal kundgetan. Ich würde ja gerne mal, was kaufen. Und dann kam natürlich auch der Inhaber damals – das war ganz süß –, der hat dann gesagt: „Das Mädel soll mal lieber nicht sich übernehmen. Und wir sind ja viel größer als sie. Also zu dem aktuellen Zeitpunkt Punkt, könnte er da sogar recht gehabt haben und dann kam er zu Besuch bei uns. Und dann habe ich meinen Mitarbeitern gesagt: „Ihr müsst eigentlich so tun, als ob ihr dreifach seid. Ihr geht zu einer Tür raus, kommt zur nächsten wieder rein mit einem anderen T-Shirt. Ja, und dann dachte ich mir: „Nein, der muss schon denken, dass wir, ernst zu nehmen, das Kaufangebot abgeben und wir wirken jetzt einfach größer, als wir sind, da mit ihm verhandeln zu können Und es hat geklappt.

Ist er dann raus, der Eigentümer? Oder hat er dich dann noch eine Zeit lang begleitet? Oder wie lief das ab?

Nein, der ist direkt raus. Der ist direkt raus. Der arbeitet jetzt beim Wettbewerb.

Beim Wettbewerb? Ja, zwei Standorte. Ich meine, du bist ja schrittweise dann auch reingewachsen in die ganze Thematik. Mich interessiert so ein bisschen Mitarbeiter Arbeitsstruktur. Ich meine, wir haben auch immer noch das Thema Frau. Wir haben Baubranche, Frau, Frau sein. Also ich höre jetzt bei dir eher positive, wie sagt man, Vibrations raus. Also aus der Erfahrung heraus ist es nicht immer so. Man muss sich da irgendwie beweisen. Hast du jetzt Glück gehabt?

Also da habe ich mir echt lange Gedanken drüber gemacht, weil ich letztens auf einer Veranstaltung auch mit Kolleginnen gesprochen habe und jeder einfach gesagt hat: „Man wird einfach schon noch mal anders behandelt als Frau. Und ich hatte auch eine Zeit, wo ich viel im Vertrieb tätig war, wo du damit konfrontiert wirst, dass du als Frau … Manchmal wirst du dann auch nicht unbedingt als Geschäftspartner gesehen, sondern auch als Frau gesehen. Aber wie gesagt, und dann kommen auch manchmal vielleicht Andeutungen, die nicht unbedingt professioneller Natur sind, aber durchaus Dinge, mit denen ich, glaube ich, leben kann. Man Man muss sich daran gewöhnen.

Was sagt man im Beispiel?

Na ja, dass man zum Beispiel bei einer Verabschiedung, ist es dann so, dass sich vielleicht dann ein Geschäftspartner einfach gerne mit Körperkontakt verabschiedet, anstatt jetzt mit einem Handschlag, was er jetzt bei einem … Also ganz sicher, wenn das ein männlicher Kollege wäre, bin ich mir sicher, dass er sich anders verabschiedet hätte. Und dann ist schon die Frage, das hat mir dann auch eine Kollegin gesagt, die hat gemeint: „Ich spiele damit, ich gehe damit um, das ist für mich ein Bonus, es ist ein Vorteil und ich spiele das aus. Und da bin ich vom Typ her einfach nicht der Typ, der das authentisch leben kann, habe ich für mich dann auch festgestellt. Und auf der anderen Seite dachte ich mir: „Habe Ich habe ich mit anderen Erfahrungen ja auch dann noch mal einen Austausch gehabt, da war das schon unter der Gürtellinie, wo ich sage, wo dann Kolleginnen gesagt haben, sie wurden dann gefragt, ob sie jetzt hier was vortanzen, ob sie hier für den Tanz Abend oder für die Betanzung des Abends dann hier sind oder zu Gast sind. Wo ich sage, so was ist mir nie passiert. Also nie. Und letztendlich, glaube ich, und da habe ich mir echt lang Gedanken drüber gemacht, glaube ich, dass es nicht so krass ist?

Und ich glaube tatsächlich … Und da schaue ich jetzt überhaupt nicht in die Kerbe rein, die eigentlich die meisten, glaube ich, gerade auch gerne hören wollen, aber ich habe mir heute gedacht, ich arbeite mit so vielen Männern zusammen. Ich habe so viele männliche Kollegen, für die ich dankbar bin und die echt richtig cool sind. Und ich werde als Chefin respektvoll behandelt. Und ob die mich jetzt als Frau sehen und sagen: „Hey, ich weiß nicht. Natürlich gab es auch schon, wo ich in die Fertigung in Ängstingen reingelaufen bin. Das habe ich schon gemerkt, dass da einer nicht erkannt hat, dass ich die Chefin bin, sondern die sind vom Werkvertrag und die gucken dann, die werden dann von rechts angestoßen: „Hey, das ist unsere Chefin, auf so zu gaffen. Das macht man nicht. Und die das nicht wissen, dass das jetzt einfach so ist. Und das ist okay. Meine Güte, wir sind ja auch alle … Das passiert halt und ich finde das auch gar nicht so schlimm. Und ich muss auch sagen, ich arbeite total gerne auch mit Männern zusammen und es gibt, wie unter Frauen, auch immer mal ein schwarzes Schaf. Das ist so und bei uns aber auch.

Und ich glaube, wenn wir uns da so stark drauf fokussieren, dass wir so einen Nachteil haben, dann haben wir den vielleicht auch und ziehen wir den vielleicht auch irgendwie an. Aber ich hatte eigentlich auch wirklich viele positive Erfahrungen, wo ich gemerkt habe, wenn ich was kann als Frau, wenn ich mich auskenne, dann ist der Respekt, meine ich, deutlich größer und die Anerkennung auszudrücken fällt den Männern dann viel leichter wie bei einem anderen Alpha-Team, so nach dem Motto. Also Anerkennung unter zwei Geschäftsführungen ist was anderes, wie wenn wir jetzt Dass ein Kollege sagt: „Hey, Frau Rai, das machen Sie wirklich richtig gut. Das höre ich gar nicht so selten, weil man ist irgendwie nicht so richtig Konkurrenz, aber da habe ich überhaupt kein Problem damit. Also das ist völlig in Ordnung.

Also man sagt ja, die Zusammenarbeit mit Männern ist klarer, als man weiß, woran man ist. Also die sind sehr straight und wenn sie mal hinter jemandem stehen, dann geben die auch wirklich alles. Und es gibt es unterschiedliche Geschichten. Ich will jetzt nicht näher drauf eingehen. Also ich finde es toll, auf jeden Fall, dass das doch eigentlich, sage ich mal, eine sehr eine relativ smoothe Angelegenheit bei dir jetzt ist. Gibt es nicht irgendwo mal einen Punkt, wo du gesagt hast: „Moment, ich schmeiße jetzt mal alles hin, oder „mir wird das zu viel? Oder ist das wirklich Weil es hört sich sehr weich an alles. Ist es wirklich so?

Vielleicht anknüpfend aus dieser Frauen-Männer-Geschichte heraus, gab es zu Beginn, wo ich angefangen habe, einige Bauunternehmer so alteingesessen, die gesagt haben, das geht gar nicht, da muss ein Mann her. Aber das habe ich echt nicht ernst genommen. Ich kann Ich kann auch nicht genau sagen, warum. Ich empfand das jetzt nicht so. Und ich meine, es gibt ja auch Männer, die tolle „Frauenberufe ausüben in der Kosmetik zum Beispiel. Das habe ich nie so gesehen, dass es so klassische Männer-und Frauenberufe gibt. Und smooth in dem Sinn … Also das Belastendste war das Verhältnis zu meinem Vater und dem Unternehmen. Und das hat sich ziemlich am Anfang abgespielt. Und danach Und danach konnte ich zwar unter Verantwortung fast alles machen, was ich wollte. Und dadurch hatte ich auch nie das Thema. Viele haben dann gefragt: „Ja, wie kommt man denn mit der Verantwortung klar? Und du denkst dir einfach nur: „Hey Gott sei Dank, habe ich sie jetzt? Also für mich mit allem, was dazugehört. Und dann empfand ich auch jetzt die Verantwortung nie als Last, aber es gab echt 2025 wirklich einen Zeitpunkt und auch in 2023. Da Da gab es einfach eine Überwerfung mit meiner Mutter und das sind halt in Familienunternehmen die krassesten Themen.

Das ging so weit, dass sie einfach auch nicht mehr … Ich konnte meine Mutter nicht mehr im Büro haben, so extrem war. Das war eine private Angelegenheit. Aber das hat sich so hochgespielt, dass es in die Firmenangelegenheit mit eingeflossen ist. Und das ist wirklich was, wo ich sage, wenn sich das vermengt und vermischt, das ist eine Belastung. Und da hatte ich zwar nie gedacht: „Ich schmeiße das jetzt alles hin, aber ich habe mir natürlich schon überlegt, wenn jetzt alles einfach nicht mehr da wäre und ich könnte einfach irgendwo arbeiten, dann hätte ich dieses Thema gar nicht, dass ich zwischen privat und geschäftlichem Auftreten, Handlungen überhaupt unterscheiden müsste. Weil das kam natürlich dann noch mal hinzu der Familienkonflikt, der wieder ans Unternehmen angrenzte. Und 2025, in der Baubranche, war jetzt auch kein schönes Jahr. Davor, 2024, haben einige Marktbegleiter auch ihr Unternehmen verkauft und mir tut es ja dann immer total leid. Ich bin jetzt niemand, der sagt: „Daher, der hat es vielleicht nicht gut gemacht, oder „Guck, der hat es auch nicht geschafft, oder „Ja, der hatte jetzt ein Verlustjahr, sondern ich sehe das alles irgendwie ein bisschen leichter, dass wir alle auf einem Parkett tanzen, hoffentlich auch fair, im weitestgehenden Sinne.

Ich will jetzt nicht sagen, das ist alles nur ein Spiel, aber das ist einfach die Dieses Unternehmer sein ist nicht das Leben. Es gehört dazu. Es ist schon im gewissen Sinn wie ein Spiel. Und ich entscheide und ich spiele das gern und es kann einen großen Raum einnehmen in meinem Leben. Und dann Und wenn das dann einfach gar keinen Spaß mehr macht, das Spiel zu spielen, dann hast du schon mal überlegungen: „Will ich das noch weitermachen? Was mir geholfen hat: Ich habe mir dann mal aufgeschrieben, wenn ich weiterspiele, wie das aussehen soll. Und dann habe ich mir aufgeschrieben, wie das aussieht, wenn ich nicht mehr weiterspiele. Und dann habe ich gemerkt, dadurch, dass ich aufgeschrieben habe, was dann ist und gesehen habe, ich muss einfach nur mich von diesem Spielbrett wegdrehen und aufstehen und gehen. Und ich habe die Freiheit, die ich immer übersehen habe. Das hat mir total geholfen. Da habe ich gedacht: „Bei Schwarz, ich spiele das so lang, bis mir jemand ein viel besseres Spiel anbietet. Und ich vielleicht dann da weiterspiele. Aber im Grunde bin ich nicht irgendwie verhaftet, das jetzt zu machen. Und selbst wenn das ein Jahr dauert, dass du dich daraus löst, das ist nichts.

Also Oder du musst ja erst mal … Das ist wie, ich weiß nicht, wenn man mal den Gedanken gefasst hat, zum Beispiel umzuziehen oder ein Haus zu verkaufen. Sobald die Entscheidung gefallen ist, ist alles leicht und dann ist es ganz klar und dann geht man den Weg. Und das ist eigentlich das Schlimme oder dieses Diese Entscheidung oder schwerwiegend die Entscheidung ist, ist auch Beziehung verlassen zu haben, zum Beispiel. Dass alles davor ist, echt anstrengend und total schwierig. Und wenn man dann aber, weiß ich nicht, die Perspektive so dreht und sagt: „Nein, eigentlich, sobald die Entscheidung gefällt ist, geht das alles. Das geht einfach. Und dann sieht das so und so aus. Und ich weiß jetzt, wie das aussehen würde.

Also das klingt unheimlich analytisch. Also du bist, glaube ich, sehr strukturiert. So habe ich den Eindruck. Du bist nicht, nenne es jetzt mal wie so eine Art Pro-und Kontraliste. Du wägst dann auch ab. Also wie viel Prozent von dir ist denn spontan und wie viel ist nach Analyse, nach Fahrplan?

Wenn du jetzt meine Mitarbeiter fragst, ja. Also ich bin schon jemand, der entscheidet heute das und komme dann in der Woche und sage: „Nein, war blöd. Ich entscheide es anders. „wir machen es jetzt doch wieder anders. Also ich würde schon sagen, dass ich spontan bin, aber ich glaube, ich lebe nicht so krass Dass dieses Unternehmer sein, dass das mein volles und ganz … Ich definiere mich nicht darüber. Ich bin nicht meine Firma, ich bin Stephanie. Das heißt, man opfert sich nicht mehr auf, so wie, sage ich mal, zu Vaterszeiten.

Also als Patriarch. Da hat ja die Firma auch irgendwo dominiert.

Ja, genau. Und wenn die gut läuft, bist du gut und wenn sie nicht gut läuft, dann bist du nicht gut. Und dann fängt es halt einfach an: Wenn es der Firma nicht gut geht, geht es dir auch nicht gut. Und dann fängst du an, das zu verwechselen, dass das irgendwie ein Teil von dir ist. Aber wie gesagt, das sehe ich nicht so.

Aber das sind 99% aller mittelständischen Betriebe, die aus der Wirtschaftswunderzeit kommen, sind ja eigentlich … Sie haben sich ja alle irgendwie aufgeopfert. Und gerade, wie du richtig sagtest, wenn es der Firma schlecht geht, dann ist automatisch bei mir die Depression angesagt. Also das ist das Trennen zwischen … Du sagt mal Work-Life-Balance, hat man immer gesagt, oder dass man sagt: „Ich muss das irgendwo trennen voneinander. Also auch wenn es der Firma schlecht geht. Es bringt ja nichts, wenn es mir dann auch noch schlecht geht. Und das, was du gesagt hast mit dieser Leichtigkeit, also wenn eine Entscheidung steht, dann entsteht ja Leichtigkeit. Und ich glaube, das Gefühl, Leichtigkeit zu haben, das ist vielen auch abhanden gekommen. Also es sind alle ein bisschen, wie soll man sagen, die Stimmung. Wenn die Stimmung schlecht ist, dann zieht es alle runter irgendwo. Und das ist, ich sage jetzt mal, analog, konjunkturelle Rahmenbedingungen, nennen wir es jetzt mal so. Ja, okay, so ist es, aber der Weg, da rauszukommen, fällt man es denn irgendwo total schwer. Oder wie siehst du das?

Meinst du, der sich da nicht so stark damit zu identifizieren und dann eben eine wirtschaftliche Lage nicht so sehr zu seinem … ?

Ja, also den Aspekt zu sagen: „Ich muss mal raus aus diesem Tal, egal ob es jetzt klar ist. Es gibt gewisse Lösungsansätze. Ich muss dann vielleicht ein neues Geschäftsmodell mal fahren. Oder man sagt ja, wenn der Pferd tot ist, dann steigt halt auch mal ab. Und ich sehe das noch so aus dieser typischen Wirtschaftswunderzeit. Da lief das ja eigentlich alles wunderbar und es ging ja immer nur nach oben. Und wie sagt man? Verkäufermarkt war das ja damals. Und mittlerweile können wir ja nicht mehr davon reden. Wir sind ja in totaler Abhängigkeit global gesehen. Eröffnet Chancen, hat aber auch Risiken. Und wir sind quasi in dieser großen Welt ein Teil davon. Und ich stelle die Frage: Wie machst du das? Oder wo schöpfst du denn deine Kraft, den Alltag zu bewältigen?

Also ich glaube, wie gesagt, es gab ja auch Zeiten, wo ich sage: „Es gibt Tage, da ist es einfach nicht Da ist es nicht schön und da macht es keinen Spaß und das kennt bestimmt jeder. Und dann kommt aber auch mal wieder ein Tag, wo du dir bewusst machst, was für viele Entscheidungsfreiheiten vor dir stehen. Und mein Geheimrezept ist, glaube ich, dass ich einfach meinen Geschäftsfreund – und das ist ein sehr enger Geschäftsfreund – den rufe ich an, der ist auch selbstständig und hat auch eine Kanzlei und dann telefoniere ich mit ihm und dann Ja, der kann super relativieren, aber wir können auch uns gegenseitig einfach wieder mal rausziehen und dann ist das energetisch immer richtig gut danach. Oder er gibt dir einen Rat oder sagt: „Hey, du kannst es so und so machen. Und ich glaube, dieser Austausch unter Gleichgesinnten ist mega wichtig. Und ich kann das auch fast nicht mehr hören, wenn wir jetzt in irgendwelchen Vereinigungen uns treffen und dann wird geschimpft und wie schlimm und die Kommunen und die Politik. Und ja, das ist alles richtig, aber das sind auch Sachen, die wir alle schon kennen. Und es wäre schön, wenn man sich gegenseitig einfach auch motiviert.

Wenn man vielleicht das Schlechte zeitlich begrenzt darüber, sich zu ärgern. Das muss auch mal raus. Aber das wieder miteinander auch zu lachen, weil es gibt ja so viel absurde Dinge, die dir als Unternehmer passieren, wo du auch manchmal denkst … Also selbst, das fängt beim Personal an. Das Schwierigste, sagt ja jeder, ist es Personal, aber die hauen manchmal auch Sachen raus, die total lustig sind, wo du dann sagst: „Hey, wenn du damit ein bisschen Ironie rangehst, dann kann ja jeder eine richtig coole Geschichte erzählen. Und wenn du merkst, es geht den anderen genauso und da ein bisschen Leichtigkeit rein kriegst und auch mal einen Spaß machst und alles nicht so super ernst nimmst, dann, glaube ich, löst sich auch dieses Ich bin das von dir, sondern „Hey, das ist was vor mir, wo ich betrachte. Und da sind echt auch wirklich total skurrile Dinge dabei. Und ich glaube, wenn ich auch mit Freunden zusammensitze, die sagen ja jedes Mal: „Hey, du hast eigentlich immer eine coole Geschichte zu erzählen. Es ist unglaublich, was dir da alles so passiert.

Das ist aber so ein selbstständiges Ding, sage ich jetzt mal. Das verbindet uns alle irgendwie. Ich kenne ganz, ganz wenige selbstständige Geschäftsführer, die keine Story-Sauern haben. Ja, eben. Die sind immer noch nicht so über den Weg gelaufen. Also das macht es natürlich auch, sage ich mal, spannend und auch lebenswert, das Ganze. Trotzdem, mein Eindruck ist, du hast … Also ich kenne dich nicht vor zehn Jahren. Du hast dich ja auch verändert. Würdest du sagen, du bist abgebrüter geworden? Oder sagst du, du bist irgendwie anders gereift? Oder kann man das irgendwie beschreiben? Und ich gehe jetzt nicht auf das Thema Frau oder so ein, sondern so als Mensch, wenn man so eine Zeit jetzt so ein Unternehmen führt. Was passiert da mit allem?

Abgebrüter weiß ich nicht, aber ich bin einfach bemüht, die professionelle und die private Seite zu trennen. Aber jetzt kommt es total paradox. Ich möchte es ab diesem Jahr wieder ein ein bisschen integrieren miteinander. Ich habe das erst getrennt. Das hat mir da geholfen in der Zeit, dass ich gesagt habe: „Hey, ich habe ein Privatleben und privat bin ich so und eigentlich möchte ich mich gar nicht so zeigen, bis ich gemerkt habe: „Nein, die wissen doch genau, wie ich bin Und die sehen doch viel mehr, als du denkst. Von dem her kann ich mich gar nicht in Anführungsstrichen so richtig verstecken. Ich wohne neben meiner Firma. Ein kurzes Beispiel: Ich hatte 2024 einen Stalker, der meine komplette Hausfassade mit Farbe beschmissen hat, weil er gedacht hat, dass ich dadurch anfangen würde, mit ihm eine Beziehung zu wollen, weil ich Hilfe brauche von einem Mann. Das ist total strange und das war für mich- Eine andere Story. Genau, aber die hat ja gar nicht so mit Beruflich direkt zu tun. Aber da war es eben auch so: Was machst du? Natürlich deine Mitarbeiter sehen das und keiner traut sich, was zu sagen im Büro „Oh, aber du bist der Erste anfängt zu heulen und er sagt: „Ist doch schrecklich.

Und was ist da passiert? Und was willst du denn da geheimhalten? Und dann weißt du nicht, wer es ist und machst nächtelang Nachtwache und guckst, wer da kommt und kommst 8 Uhr morgens übernächtig ins Büro, weil du 4 Uhr morgens ins Bett gegangen bist, da diese Person X mehrmals zugeschlagen hat, immer zwischen 1 Uhr morgens und 4 Uhr morgens. Und wir einfach versucht haben, den zu erwischen. Und da kannst du es ja nicht mehr trennen. Aber da war der Wunsch so groß und auch durch den Disput mit meiner Mutter, einfach beides total professionell zu trennen. Und jetzt sage ich: „Ich bin jetzt dieses Jahr mutig, dass ich das nicht mehr so trennen will, weil ich irgendwie sage: „Boah. Ich weiß nicht, ist irgendwie auch so ein Bauchgefühl jetzt, dass ich das mal probieren möchte.

Ich kann mir das jetzt gerade nicht vorstellen. Also was heißt das denn konkret, wenn du sagst, du möchtest das irgendwie, also die private Seite zeigen? Oder was heißt das genau?

Das verstehe ich nicht. Ja, wenn du einfach sagst: „Okay, ich habe ein Privatleben und das ganze Ende an dieser Stelle und mehr gebe ich von mir nicht preis und ich mache auch keine, ich füge keine privaten Gespräche oder so was. Das ist natürlich durch diese ganze Zeit entstanden. Ja, und dann ist aber natürlich auch eine Abgrenzung viel einfacher, weil du dann diese zwei Teile aufbaust. Vielleicht hat mir das einfach in dieser Zeit geholfen. Es war auch eine wirtschaftlich anstrengende Zeit. Vielleicht war es dafür auch gut. Und jetzt bin ich da einfach viel lockerer. Also ja, dann Dann wissen die, dass ich erzähle dann auch ab und zu was über den … Mittlerweile erzähle ich dann auch was über den Stork und man weiß ja jetzt, wer es ist oder wenn er wieder irgendwo rumfährt. Weißt du das jetzt? Ja, man weiß jetzt.

Ich bin jetzt eine Jetzt will ich gespannt auf die Teilfrage. War es jemand aus dem Umfeld, den du kannt hast?

Ja, du sagtest, es war jemand, der gedacht hat, dass ich dadurch mit demjenigen eine Beziehung führen will, weil ich Hilfe brauche, der mich beschützt vor jemand, der Anschläge auf mein Haus ausübt.

Das ist dieser Effekt, wie dieser Feuerwehrmann, der selber die Brände legt und als erstes am Tatort ist und dann seine Kollegen dann und dann klopfen die ihm auf die Schulter und sagen: „Mensch, Hubert, super gemacht, und so. Und das macht er dann halt fünfmal hintereinander, bis irgendjemand misstrauisch wird. So. Okay, das gibt es also auch.

Ja Genau. Und jetzt mittlerweile erzähle ich das halt, wenn wieder irgendwas war. Ich meine, so krass ist es nicht mehr, wenn man weiß, wer es ist, aber theoretisch, wenn wieder ein Strauß Rosen vor der Haustür steht, dann gehe ich ins Büro und sage: „Ihr wisst gar nicht, was jetzt schon wieder passiert ist. Also machen wir den Gossip mit. Das fiel mir damals wirklich sehr schwer, auch gerade, glaube ich, vielleicht auch wegen dem Disput mit meiner Mutter zu dem Zeitraum, zu diesem Zeitraum. Aber dass sich das jetzt alles auch wieder geglättet hat, meine Mutter ist wieder im Unternehmen. Zum Teil ist es das Es ist super gut geworden. Das ist mir nicht mehr so wichtig, dass keiner was mitkriegt, was dann bei mir privat gerade los ist. Ich glaube, das ist so, wo ich sage: „Okay, das kann ich „Das kann ich wieder besser vermischen.

Gibt es Glaubenssätze, die dir dein Vater mitgegeben hat oder deine Mutter, die dich beeinflusst beeinflusst haben? Also ich habe es ein bisschen rausgehört vorhin, was jetzt zum Beispiel die Ausbildung angeht. Der Fathy war jetzt eher mit Machen wir halblang. Jetzt wollen wir mal gucken, dass du in die und die Sphären reinkommst. Also inwieweit spielt das da eine Rolle? Oder hast du irgendwelche Glaubenssätze, die dich beeinflusst haben oder immer noch beeinflussen?

Ich glaube, dass ein Glaubenssatz definitiv ist, dass man alles … Also mein Vater stand immer ganz stark für Integrität und Dinge korrekt machen und das ist auf jeden Fall was, was ich immer noch versuche. Also das geht so weit, dass ich dann schon ein schlechtes Gefühl hatte, wenn ich mit manchen Mitarbeitern im Du war und mit manchen noch in Sie und jetzt haben wir das aufgelöst, weil wir ein Team Building hatten. Jetzt sind wir mit allen per Du. Ich möchte einfach dann alle fair behandeln, also dieses Korrekte nicht irgendwie … Und deswegen sage ich: „Ja, das ist dann schwierig. Du bist ja dann mit denen im Du, wo du näher bist, weil sie schon lange da sind oder ich habe auch eine Freundin, die bei mir arbeitet. Das sind natürlich alles Dinge, wo nicht so einfach sind, die dann einen auch dazu veranlassen, dass man sagt: „Ich muss auch eine professionelle professionelle Seite irgendwie beweisen und leben. Und die war von meinem Vater aus immer sehr wichtig. Und natürlich, es ist nicht gut genug, was du tust. Aber da muss ich sagen, da habe ich letztes Da habe ich mir gesagt: „Nein, bei mir ist jetzt Schicht im Schacht.

Ich habe das bewiesen. Ich kann das, was ich mache. Das mache ich auch gut. Das war das erste Mal, dass ich gesagt habe: „Hey, das, was ich mache, das mache ich wirklich gut. Und selbst wenn es jetzt mal nicht so läuft, habe ich das an dem Punkt bewiesen, dass ich es kann? Und ich habe das echt losgelassen. Also dieses „Nein, du musst erst mal beweisen, dass du das kannst. Aber es war ein Antreiber und es war gut so, weil ich weiß nicht, ob ich das Unternehmen so weit entwickeln hätte können, wenn ich nicht in mir drin den Drang gehabt hätte, zu zeigen, ich kann das.

Also hast Hast du, also du wolltest dein Vater schon oder auch deine Mutter sagen: „Ich kann das, oder wolltest du es dir selber beweisen?

Nein, ich wette, das ist 100 pro. Mein Vater hat nicht mehr gelebt, aber ich glaube daran, dass man solche Dinge trotzdem noch beweisen will. Oder nicht beweisen, aber man macht es vielleicht für die Person. Und ich habe meinen Vater gegen die Wand geliebt. Also total. Ich war voll, das ist ein Papa-Kind. Okay. Und der war für mich auch sehr … Trotzdem er so patriarchisch war und ich war immer so diejenige, die auch immer gesagt hat: „Ich habe dich so lieb, und er konnte es nicht sagen. Das war mir aber gar nicht so wichtig weil ich einfach wollte, dass er wusste, dass es so ist. Und ich wollte einfach auch immer, dass es ihm gut geht. Und ich glaube, dass das eher ganz viel was im Unternehmen, weil ihm das so wichtig ist, dass ich das einfach auch so ernsthaft und gewissenhaft und unter dem Rahmen von Loyalität und Integrität und Anstand und nach außen hin einfach eine seriöse Geschäftsfrau … Das war ihm auch immer total wichtig. Mir sind heute noch die, die ihre Rechnungen … Ich hatte ja immer gesagt: „Du zahlst deine Rechnungen pünktlich. Man zahlt die Rechnungen mit Skonto. Ich glaube, das ist heute gar nicht mehr so normal.

Und auch der Umgang – das würden mal mit Sicherheit meine Buchhalter bestätigen –, wie wir mit unseren Lieferanten umgehen. Ich möchte das nicht, dass die so zum Teil behandelt werden, wie wir von unseren Kunden behandelt werden, dass dann einfach eine Rechnung manchmal echt auf die böseste Art liegengelassen runtergekürzt, irgendwelche Gründe erfunden. Also wenn das nicht angemessen ist, was uns in Rechnung gestellt wird, ja, aber von mir wird auch kein Lieferant tatsächlich, würde ich das jetzt auch bei meinem Einkauf wirklich verwerflich finden und das macht sie auch nicht. Die macht das mit sehr viel Scham, sehr viel Um den Finger wickeln, – bin ich absolut dabei, kann man machen, aber nicht mit Belügen, Druck aufbauen, ich sage mal, doof werden. Ja. Ja, der den meisten Druck ausübt. Der kriegt als erstes … Das kennen wir natürlich aus der Baubranche, das ist so. Aber ich möchte den Umgang so nicht mit meinen Geschäftspartnern. Und da muss man natürlich schon schauen, wo man bleibt. Weil wenn die eine Seite so mit dir agiert, du aber auf der anderen nicht selber so bist, das ist eine Herausforderung. Aber ich finde das wichtig, dass man seine Werte hat und dass man bei denen bleibt und sich dich ja nicht lenken lässt von außen.

Ja, also das ehrt dich total. Also das, finde ich, ist eine gute Einstellung. Also das Karma sei dir immer positiv. Wie sind deine Pläne? Also du bist ja noch, darf ich sagen, recht jung. Was hast du vor? Oder ist das ein Thema, wo du sagst, momentan konjunkturell sind wir in einer sehr spannenden Zeit? Also was hast du vor?

Dieses Jahr auf jeden Fall bei uns die KI im Unternehmen weiterentwickeln. Das ist ein Thema, was mir sehr mir am Herzen liegt, dass wir die nutzen und auch die positiven Effekte für unser Unternehmen verwenden. Unsere Branche ist ja sehr eingeschlafen. Wir sind ja wirklich noch von Asbach uralt in vielen Bereichen und das macht, glaube ich, machen die wenigsten. Deswegen gibt es da jetzt keine Standardlösung, an die man sich orientiert, aber das heißt, wir entdecken das dann so gerade und sind auch dabei, das anzugucken. Das finde ich so spannend. Was kann man damit machen? Wie kann man das positiv nutzen? Und habe zum Glück auch echt da Menschen kennengelernt, das ist denn ihr Daily-Business, damit zu arbeiten, die Start-ups gründen, die einfach so frei sind, Dinge zu kreieren. Die sind auch noch mal, Nein, jetzt so Ende '20, Anfang '30. Ganz bewundernswert, mit wie viel Mut die auch in Gründungen gehen. Und das möchte ich auf jeden Fall mir anschauen. Und ich würde auch überhaupt nicht Nein sagen, noch was Neues zu machen, also zusätzlich und auch mit anderen Unternehmen oder auch mit anderen Unternehmern. Früher war das ja so dieses „Ich kaufe ein Betonwerk und dann hat man das und dann habe ich das Grundstück und bin ganz solide und „Habt ihr die Firma und ich zahle mir das alles dann so mit ab und habe dann einen Wert.

Das sehe ich nicht mehr so. Ich sehe das so zusammen mit anderen an coolen Unternehmensmöglichkeiten arbeiten. Hätte ich super Lust drauf und Schaue ich mir jetzt auch was an in den nächsten Wochen und möchte da also mehrere Sachen. Ich möchte einfach reingucken.

Also du möchtest nicht innerhalb deiner Branche diversifizieren, sondern du bist eher offen?

Ich bin total offen, aber ich werde natürlich gerade gefragt, was so von diesen Geschäftsfreunden, die fragen mich natürlich dann schon, wenn es Beton geht. Weil die wissen, ich kenne mich damit aus und wenn es dann einfach Geschäftsfelder gibt in dem Bereich, wo gerade was gemacht wird, dann sagen sie: „Willst du dir das nicht mal angucken? Und dann sage ich: „Natürlich, da bin ich ja auch im Thema. Aber ich glaube, wenn man so von der ganz kleinen Pique-Pieke auf ein Unternehmen begleitet hat mit nur so wenig Mitarbeitern. Und da hat man echt auch ein Verständnis allgemein für, wie ein Unternehmen tickt. Wir sind ja ein Fertigungsbetrieb, jetzt kein klassischer, weiß ich nicht, Handel, kein einer, der ein Standardprodukt herstellt. Wir haben 300 Aufträge, die verschieden sind, die wir im Jahr abwickeln. Ich würde sagen, wir haben ein relativ anspruchsvolles Aufgabenfeld bis hin zu Dispo, bis hin zu verschiedenen Beschaffungen und Terminierungen, sodass ich echt auch total Lust habe, andere Unternehmen anzuschauen und egal, was die machen. Und das Schöne ist, ich verstehe ja viel auch schon, weil wir viele Bereiche die ja auch haben. Und einfach zu sehen, wie die das machen und da einfach noch mal viel mehr zu sehen und zu lernen.

Und wenn ich da ein Teil davon sein kann aus irgendeinem Grund und irgendwas beitragen kann, umso schöner. Und wenn es nur schauen ist und was lernen ist und was mitnehmen ist, dann ist das auch okay.

Was versprichst du dir von der KI in deinem Unternehmen?

Ich verspreche mir auf jeden Fall, dass wir viel effizienter arbeiten können, weil gerade wenn man mal anguckt, das Wissen in einem Unternehmen, das ist verteilt überall. Und wenn du natürlich eine Unterstützung hast, die dieses Wissen bündelt und man am Ende in KI-Agenten fragen kann und du nicht mehr … Also die Definieren muss man es natürlich, aber wenn du dann nicht mehr den Kollegen fragen musst. Und da bin ich natürlich auch nicht ganz uneigennützig, wenn du einfach von Wissen von jemand, der am längsten im Unternehmen ist … Das bin zum Teil natürlich ich und ich habe ja auch viele Entscheidungen getroffen, wie wir es gemacht wird und wenn das einfach da gebündelt ist. Und dann muss ich halt nicht das fünfte Organigramm-und Aufgabenablauf-Chart schreiben, was sich eh keiner durchliest, sondern die können einfach mal gucken: „Wie haben wir denn das entschieden letztes Jahr Genau.

Und dann spuckt er dir das aus.

Genau. Und dann hast du da eine Antwort und ich glaube, dass das viel effektiver ist und effizienter als … Natürlich ist es auch ein Weg, das alles mal zu begleiten, dass das sinnvoll nutzt. Und da gibt es bestimmt viele Hürden auch, aber gerade stelle ich mir das sehr spannend vor.

Ja, absolut. Und wir sind, ich würde nicht sagen, am Anfang, aber was da geht, ist ja zum Teil unbeschreiblich. Also ich mache ja selber einen Deep Dive in Sachen KI und ich glaube, die Welle fängt erst an. Manche, die sich nicht damit beschäftigen, sagen: „Es wird schon irgendwie abäppen. Mir wird das Ding nicht los. Also ich glaube, die Zeit ist vorbei, dass das wie so eine Art Modeerscheinung ist. Das wird bleiben und es wird noch intensiver werden. Und war auch in, sage ich mal, in physischer Form. Also das Thema Robotik spielt auch noch eine Rolle. Das wird auch noch extrem zunehmen. Also ich glaube, Hyundai war das. Die haben diesen einen Roboter jetzt vorgestellt. Da muss ich mich schon fragen, das ist schon gerade im Bereich Fertigungstechnik. Bmw hat die ja zum Teil schon im Einsatz, also jetzt nicht die von Hyundai. Die werden auch schon richtig eingesetzt und das ist noch mal eine ganz andere Geschichte. Ich bin gespannt, wo da die Reise hingeht und ich finde es gut, dass du auch, sage ich mal, open minded bist für neue sage ich mal, Sichtweisen und auch Projekte. Es klingt so ein bisschen nach Venture Capital oder so.

Bei dir jetzt, ist das so was, wo du sagen würdest, ich kann mich auch an ein Unternehmen beteiligen?

Ja, vielleicht nicht mal unbedingt an einem oder eines, das im Entstehen ist, könnte ich mir vorstellen, oder dass man was zusammengründet und was einbringt, weil dann hast du als Unternehmer, sage ich mal, natürlich den unschlagbaren Vorteil, du bist nicht allein. Und wenn andere Unternehmer sind, die haben ihre Geschäftsführer, aber so in meiner Größe und in diesem kleinen Mittelstand, wo ich tätig bin und du viel selber machst, ist es cool, wenn du andere Experten hast, mit denen du was zusammen machen kannst. Und ich sehe das gar nicht mehr so: „Das muss alles meins sein, das muss mein Unternehmen sein. Und das war, glaube ich, eine andere Denkweise. Und ich habe ja mein Unternehmen und Ich habe meinen Raum, wo ich alles selber entscheiden kann. Und das andere ist Kreativität, das andere ist Sachen ausprobieren, miteinander was zu erschaffen, viel lockerer. So locker würde ich wahrscheinlich, wie wir da über Dinge sprechen, was man machen kann und dann überlegen: „Kriegen wir da für eine Investition hin oder kriegen wir da für eine Finanzierung hin? Das ist alles eher lockerer und in meinem eigenen Unternehmen bin ich natürlich … Das muss natürlich dann auch Hand und Fuß haben.

Natürlich, und da ist es anders. Und deswegen finde ich, das ist wirklich eine andere Art zu denken und eine andere Art, noch mal, mit Unternehmergeist zu spielen.

Ja, apropos Unternehmergeist. Wir, laut Statistik, suchen ja extrem viele Nachfolger. Also was würdest du denn jemandem jemandem empfehlen, wenn er die Chance bekäme, entweder als Angestellter weiterzumachen oder vielleicht mal so ein Management-by-In zu machen oder sogar Management-by-Haut, je nachdem. Was Was ist denn da dein Tipp? Ich mache das auch nicht jetzt Frau, Mann, ist mir völlig egal, sondern würdest du jemandem raten, so ein Unternehmen zu übernehmen?

Also ich glaube, jetzt würde ich demjenigen raten Nimm dir einen Coach, schaut dich genau an, wie du bist und ob du diese Unternehmergene in dir trägst und ob sich das erfüllt. Und wenn es dich erfüllt und wenn du in dir Dinge hast, wie „Ich bin total freiheitsliem, ich liebe Autonomie, ich mag es, einfach frei denkend zu sein, ich bin vielleicht auch ein kleiner Queruland, was weiß ich? Und was macht mich aus und was mache ich gern? Und ich glaube, wenn du den in dir entdeckt hast, weil es ist nicht jeder und es kann auch gar nicht jeder sein und nur weil die erste Generation einen Traum hat, heißt das nicht, dass es auch der Traum der zweiten Generation ist, das zu machen. Das ist richtig. Und das muss okay sein. Und wenn du aber die Möglichkeit hast und dir das Leben so was schenkt, dann schau dir an: Hast du Anteile in dir, die so was gerne leben? Und dann nimm dir jemand echt, wenn du diese Möglichkeit hast, da auch in dich was zu investieren, entdecke dich und dann entscheide, das zu probieren, weil es gibt eigentlich nichts. Für meine persönliche Entwicklung hat es so einen großen Beitrag geleistet dieses auf sich mal dargestellt zu sein und auch Entscheidungen treffen zu müssen.

Auch das zu erleben, dass man keine Entscheidung treffen darf. Weil für alles war im Endeffekt ja irgendwie die Sache gut, die ich erlebt habe im Nachgang. Und ich glaube, es gibt ja Menschen, die so was auch anbieten, die einfach sagen, wenn man einfach da sagt, ich hole jemanden, der professionell mit mir schaut: Ist denn meine Tochter, ist mein Sohn oder wer ist dafür geeignet? Das wäre natürlich super, wenn man …

So was mache ich ja zufälligerweise. Na, so was. Man schaut sich natürlich an, ob … Ich netze jetzt mal die Genetik, ob der eigene Code ist, das, was in einem drinsteckt, ob das überhaupt kompatibel ist mit dem, was abläuft. Also ist nicht jeder Unternehmersohn oder jeder Unternehmenstochter ist geeignet dafür. Und das kann ich auch aus der Praxis erzählen. Ich habe da einige Beratungsaufträge, wo die sag ich mal, die Kinder und die Eltern getrennte Wege gehen und auch müssen. Weil das funktioniert nicht und nicht jeder ist zum Unternehmer geboren. Das ist jetzt 5 Euro für das Phrasenschwein, aber Es ist halt auch so. Du hast eine Verantwortung. Du hast gesagt, man hat Autonomie, ja, aber manche können mit Autonomie oder diesem Autaken nicht umgehen. Für die ist es Für die ist es eine Belastung. Für uns beide ist das eher so: „Herr Wunderbar, wir haben ja Gestaltungsfreiheit. Und für manche andere, die brauchen einen gewissen Rahmen, wo sie sich bewegen können. Und das sind Menschen, die meiner Meinung nach sicherlich in der Hierarchie eines Unternehmens auch nach oben kommen können, aber sie sind im Organigramm irgendwo verhaftet, aber keine freien Entscheider. Das muss einfach auch sehen und da hängen viele Schicksale dran.

Und nicht selten wird dann aus Zwang oder, sage ich mal, aus Verantwortung das Unternehmen übernommen und nicht selten an die Wand gefahren. Und da denke ich jetzt an die Mitarbeiter, die Jahrzehnte im Haus sind und zuverlässig ihre Arbeit getan haben und dann vor wo verendete Tatsachen dann stehen. Und das tut mir dann wieder leid. Also das ist hochkomplex, muss ich sagen, weil man muss ja hinter die Psyche auch gucken. Da hat auch ein bisschen was von Assessment Center fände ich. Man kann sich da erst mal verstellen, wenn man so trainiert ist. Aber irgendwann mal ist man erschöpft und man kann nicht. Und dann kommt das wahre Gesicht eigentlich raus. Dann weiß man, hat überhaupt jemand Lust dazu? Oder möchte man einfach erst mal eine Weltreise machen und, keine Ahnung, Germanistik studieren oder whatever, so als Beispiel mal? Also ich finde es extrem spannend.

Ja, das glaube ich. Und da wäre es echt schön, wenn viel mehr Unternehmen sich jemanden nehmen würde, der so einen Prozess begleitet.

Absolut. Und es wäre schön, wenn Manche auch das Angebot von Unternehmen. Du hast auch von Beteiligung oder von so Ventures gesprochen, dass es gibt Firmen wie Siemens oder wer auch immer, die dann auch Start-ups gründen, wo man auch mit reingehen kann. Und dann hat man die Möglichkeit, sage ich mal, in einem behüteten Umfeld auch Unternehmer zu sein. Es muss nicht immer die komplette Risiko Strecke sein, sondern man kann auch … Es gibt auch kleine, mittelständische Unternehmen, die haben genauso drei, vier Unternehmen, die anders gelagert sind. Also das hat nichts mit dem eigentlich eingestammten Feld zu tun, wo es auch Perspektiven gibt. Also man muss nicht gehen, selbständig zu sein. Ich weiß nicht, dass das jetzt paradox klingt, aber ich hoffe, du weißt, was ich meine. Und da gibt es extrem viele Felder. Ja, also Unternehmensnachfolge ist auf jeden Fall hochspannend. Und bei mir ist jetzt einiges hängen geblieben. Auch der Stalker, der ist auch … Ja, wir lachen drüber, aber ich glaube, wir hatten einen ähnlichen Fall. Wir haben eine Brauerei, die wir immer noch betreuen. Da gab es Drohanrufe. Wir haben praktisch die Brauerei so auf links gedreht, also neu positioniert und irgendjemand war nicht so ganz zufrieden damit und hat dann also Drohanrufe gemacht und wir haben dann ja, Fangschaltung und was weiß ich.

Und das ist dann halt auch nicht so ganz so witzig. Aber wir haben den Täter dann auch schnappen können. Aber ich darf jetzt keine Details nennen, aber das ist so ein Fall, wo man auch denkt, das kann eigentlich nicht wahr sein. Also wenn man dann herausbekommen hat, wäre es dann wahr. Da langt man sich echt an den Kopf, dass man sich wegen so was die Blöße gibt. Aber wir haben es dann friedlich miteinander lösen können. Also das mal so zum Abschluss quasi. Ja, jetzt sind wir schon am Ende unseres Gesprächs. Ich merke gerade, ich bin richtig nachhaltig nachdenklich geworden, aber auch irgendwie motiviert, weil ich finde es schön, dass du dich öffnest, auch für andere Felder, dass du sagst, ich möchte auch woanders reingucken, wobei ich dich auch so eingeschätzt habe. Du bist nicht mehr, wo du sagst: „Ich habe jetzt ein Betonwerk, ich habe jetzt meine Sachen und das reicht mir, sondern ich glaube, du suchst auch noch die Herausforderung, oder? Irgendwo spüre ich das.

Ja, lebendig bleiben.

Genau, das ist super wichtig. Gut, liebe Stephanie, dann danke ich dir recht herzlich für das Gespräch. Und ich habe so das Gefühl, wir werden vielleicht bald mal wieder sprechen, wenn du Lust hast.

Gerne. Ich bedanke mich auch ganz herzlich bei dir, lieber Oisam. Es war jetzt eine tolle Erfahrung. Wunderbar. Und sehr angenehm, mit dir hier zu sprechen.

Vielen Dank. Gut, das war der Podcast und schaltet wieder ein. Bis bald. Macht’s gut. Ciao.

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